Eine unterschätzte Herausforderung
Leimfarbe, eine traditionelle Flächenbeschichtung für Innenräume, die heutzutage nicht mehr vorkommt. Dennoch stößt man im Altbau oder Bestandsbau immer wieder auf Reste oder sogar vollständig erhaltene Anstriche dieser Art, insbesondere an Wohnraumdecken. Dies stellt nicht nur eine ästhetische Herausforderung dar, sondern erschwert auch Renovierungsarbeiten erheblich. Doch was genau ist Leimfarbe und wie geht man am besten mit ihr um?
Was ist Leimfarbe?
Leimfarbe, auch als Kaseinfarbe bekannt, wurde vor vielen Jahrzehnten häufig vor Ort durch das Mischen entsprechender Komponenten hergestellt. Ein wesentlicher Vorteil dieser Farbe ist ihre Reversibilität: Mit Wasser kann der Anstrich wieder gelöst werden. Allerdings ist dies mit bloßem Auge oft schwer zu erkennen und erfordert einige Erfahrung.
Erkennungsmerkmale von Leimfarbe
Es gibt jedoch bestimmte Indizien, die auf das Vorhandensein von Leimfarbe hinweisen können:
Gelöste Farbteile:
Beim Überholungsanstrich können sich Farbteile am Randbereich lösen oder hinein gestrichen worden sein.
Farbauftrag:
Leimfarben wurden mit Bürsten aufgetragen und nicht gerollt.
Ablösungen von Tapeten:
Besonders im Nahtbereich können Tapeten durch die Spannung beim Trocknen abgelöst sein.
Baujahr des Objekts:
Wohnhäuser aus den 1950er, 1960er uns 1970er Jahren sind besonders häufig betroffen.
Testen auf Leimfarbe
Um festzustellen, ob es sich um Leimfarbe handelt, wird die betroffene Fläche mit Wasser benetzt. Schon das Aufsaugen des Wassers durch den Untergrund zeigt die Saugfähigkeit der Beschichtung an. Beim Reiben mit dem bloßen Finger zeigt sich Abrieb der Farbe; der Finger wird weiß. Diese Oberflächen sind nicht tragfähig und können nicht einfach durch Grundierung mit einem Tiefgrund verfestigt werden.
Entfernen von Leimfarbe
Leimfarbenanstriche müssen vollständig entfernt werden. Hierzu benötigt man reichlich Wasser und einen scharfkantigen Stoßspachtel. Dicke Farbschichten, die durch Wasser aufgeweicht sind, lassen sich gut mit dem Stoßspachtel abstoßen. Dabei ist es wichtig, den freigelegten Untergrund genau zu inspizieren. Dieser hat oft noch eine Restkreidung, die gegebenenfalls zusätzlich abgewaschen werden muss.
Vorbereitung des Untergrunds
Nach dem Entfernen der Leimfarbe und der restlichen Kreidung kann der Untergrund mit einem Tiefgrund grundiert werden. Erst dann ist die Fläche bereit für neue Anstriche oder andere Oberflächenbehandlung.
Fazit:
Leimfarbe im Bestandsbau stellt eine besondere Herausforderung dar, die Fachwissen und sorgfältige Vorbereitung erfordert. Durch das Erkennen und sachgerechte Entfernen dieser alten Anstriche kann eine solide Grundlage für weitere Renovierungsmaßnahmen geschaffen werden. Wer sich dieser Aufgabe stellt, sorgt nicht nur für ein ästhetisch ansprechendes Ergebnis, sondern auch für eine nachhaltige und langlebige Sanierung.
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